36_1Das Sägen der Rohsteine ist der erste Arbeitsgang!
Die mit kleinen Diamantsplittern besetzten Trennscheiben (ca. 40 cm und 1 oo/oo stark) laufen in einem Petroleumbad, damit Stein und Blatt gekühlt bleiben. Schraubstockartige Zangen halten den Stein. Damit jeder beliebige Schnitt ausgeführt werden kann, ist diese Haltevorrichtung nach beiden Seiten- vorwärts und rückwärts- beweglich. Große Steinkenntnisse und viel Erfahrung gehören dazu, damit eine bestmögliche Auswertung des Rohmaterials erreicht wird.

Edelsteinschleifen

Bild Seite 37Ebouchieren nennen wir den 2. Arbeitsgang:
d. h. formen, höhlen und gestalten der Steine. Dazu werden Siliziumkarbidscheiben benötigt, die in allen Körnungen, Härten und Abmessungen vorhanden sein müssen, damit man alle Steinarten verarbeiten und jede Form schleifen kann. Kleinste Steine werden auf Holzstäbe aufgekittet, etwas größere mit einem Schleifholz gehalten. Stücke wie Schalen, Vasen, Dosen, Ascher usw. werden frei aus der Hand geschliffen. Dieses erfordert viel Feingefühl!

36_2Der 3. Arbeitsgang ist „die Liegende
 d. h. bäuchlings auf Schleifkippstühlen, eine ungewöhnliche, aber historische und traditionelle Art des Schleifens. In dieser Lage kann der Schleifer einen besonders starken Druck an Grob- und Feinschliff ausüben. Die Profile und Schleifbahnen werden mit Karborundum und Grauwacke eingeschliffen. Etwas Feuchtigkeit verhindert Staubentwicklung. Die Schleifsteine kommen aus den Sandsteinbrüchen von Kaiserslautern, sind ca. 2 m groß, 50 cm dick und wiegen ca. 3 Tonnen. Ihre Lebensdauer beträgt sieben bis acht Jahre.

36_3Der 4. und letzte Arbeitsgang ist das Schmirgeln und Polieren- der letzte Schliff!
Diese Arbeit wird ziemlich trocken ausgeführt und erfordert eine gewisse Vorsicht. Schon viele schöne Raritäten sind kurz vor der Fertigstellung zerbrochen. Mit Holz-, Kork- oder Filzscheiben und den entsprechenden Poliermitteln wird das Werkstück auf Hochglanz gebracht. Erst dann kommen die Farben und Zeichnungen zur Geltung, die in so unglaublichen Variationen in den Steinen stecken. Das alles unvergänglich zu machen ist des Schleifers Tätigkeit und sein schönster Lohn!

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Förderverein  Steinkaulenberg - Weiherschleife e.V.